Käferfreunde Chiemgau
  DER CHIEMGAU
 
Der Chiemgau ist eine Landschaft ohne feste Abgrenzung im oberbayerischen Alpenvorland. Kerngebiet ist der namengebende Chiemsee und sein Umland. Allgemein rechnet man zum Chiemgau das Gebiet zwischen Inn im Westen und Traun im Osten und zwischen der Linie Wasserburg-Trostberg im Norden sowie der bayerisch-österreichischen Grenze im Süden. Dieses Gebiet hat eine Ausdehnung von jeweils etwa 50 km in Nord-Süd- sowie in West-Ost-Richtung. Der Chiemgau greift über die Areale zweier Landkreise, und zwar Traunstein im Osten und Rosenheim im Westen, ohne beide Kreise voll einzunehmen. Der Salzachgau, der Rupertigau (Berchtesgadener Land) sowie die Innlandschaft sind gleichzeitig Einfallstore und Randgebiete des Chiemgaus. Großräumig liegt der Chiemgau zwischen den Städten München und Salzburg und ist mit diesen sowohl durch eine lntercity-Bahnlinie als auch durch eine Autobahn, die beide den Chiemgau durchqueren, verbunden und deshalb verkehrsmäßig bestens erschlossen.

83236 Übersee:


Der Chiemgau altes Siedlungsland. Die Spuren lassen sich vor der jüngeren Steinzeit über Bronze und Hallstattzeit bis zur Eisenzeit verfolgen. Die siedelnden Kelten kamen am Ende der Eiszeit unter den Einfluss der Römerherrschaft die fast 500 Jahre bis etwa 480 n. Chr. andauerte. Der Übergang über die Alz bei Seebruck war das befestigte Bedaium an der Straße, die von Juvavum (Salzburg) nach Augusta Vindelicorum (Augsburg) führte, also aus der Provinz Noricum die bis zum Inn reichte, in die Provinz Raetien. Reste der römischen Steinbauten sind in Seebruck und Holzhausen (nördlich der Autobahn) zu besichtigen. Nach Abzug der Römer kam der Chiemgau unter den Einfluss der bayerischen Herzöge und der Salzburger Bischöfe. Die Christianisierung begann. In der Zeit des fränkischen Königtums unter Karl dem Großen (768—814) ist bereits der Name Chiemgau als »Chimigaoe" belegt. Mit den Ungarneinfällen im 10. Jh. und Zerstörung der Klöster begann eine unruhige Zeit. Zur Blüte kam es dann erst unter den Wittelsbachern, die sich das Land aber mit den Fürsterzbischöfen von Salzburg teilen mussten. Erst nach der Säkularisation (1803) kam der Chiemgau vollständig in bayerische Hand. Der Einfluss Salzburgs ist auch heute noch an Elementen der Sprache, der Kultur (Zwiebeltürme der Kirchen) und der Mentalität der Menschen feststellbar. Der Chiemgau ist auch eine traditionsreiche Kulturlandschaft. Hügelgräber und Ringwallanlagen bilden neben Funden von Schmuck und Geräten die Zeugnisse der vorgeschichtlichen Zeit. Die Steinbauten der Römer haben sich wenigstens als Grundmauern erhalten. Die Zeugnisse der späteren kulturellen Entwicklung — von denen viele eine Reise lohnen -— beginnen mit dem Torbau des Klosters auf der Fraueninsel, einer vorromanischen, karolingischen Anlage, die zu den wenigen Zeugnissen dieser Zeit gehört. Romanisch sind ein Kruzifixus von Einharting und die "Ruhpoldinger Madonna"; daneben viele Grund- und Umfassungsmauern von später allerdings veränderten Kirchen. Bedeutende Werke der Gotik finden sich als Wandmalereien in der Kirche von Urschalling (bei Prien), in der Streichenkirche (bei Schleching), in der Kirche von Sondermoning (bei Chieming) und in der Kirche am Westerbuchberg (bei Übersee). Die Zeit des Barocks und Rokoko zeigt durch die vielen Neu- und Umbauten der Kirchen eine neue Zeit der Blüte an. Besonders hervorhebenswerte Beispiele sind die Pfarrkirche in Ruhpolding (Johann Baptist Gunetzrhainer), Grassau, Prien (Johann Baptist Zimmermann) und Vachendorf. Das 19. Jahrhundert brachte schließlich durch die Idee König Ludwig II., auf Herrenchiemsee ein bayerisches Versailles zu errichten, das in der Welt bekannteste Monument des Chiemgaus zustande, obwohl nur ein Flügel der vorgesehenen Anlage vollendet wurde.
 
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